App-Hilfe beim Trinken

Dass unser Flu╠łssigkeitspegel im Ko╠łrper entscheidenden Einfuss auf Wohlbefinden und Gesundheit hat, ist keine neue Erkenntnis. Apps ko╠łnnen eine gute Hilfe sein, die ta╠łglich erforderlichen Mengen im Blick zu behalten
Text: Jonathan Kemper | Fotos: unsplash: Jana Sabeth

Wann trinkt ein Mensch eigentlich genu╠łgend? Der individuelle Wasserbedarf ist nicht ganz einfach zu entschlu╠łsseln. Je nach Alter und Geschlecht variieren die Angaben, die Wissenschaftler geben. Und selbst wenn man die Menge kennt, ist es kein guter Rat, sie morgens abzumessen und ÔÇ×auf einen SchluckÔÇť zu trinken.

Denn wenn man zu schnell zu viel Flu╠łssigkeit aufnimmt, kann sie der Ko╠łrper nicht optimal verarbeiten. In der Folge ko╠łnnte der Salzhaushalt durcheinanderkommen, wobei der Gehalt an Natrium im Blut stark verdu╠łnnt wird, so die bayerische Verbraucherzentrale. Das kann zu Benommenheit, U╠łbelkeit, Kopfschmerzen, Krampfanfa╠łllen und im Extremfall sogar zu Lungen- und Hirno╠łdemen fu╠łhren. Wer jung und gesund ist, kann sich auf sein Durstgefu╠łhl verlassen, sagen Erna╠łhrungswissenschaftler der Monash University in Australien. Denn der Ko╠łrper schu╠łtzt sich selbst. Ist er ausreichend mit Wasser versorgt, ist der Schluckreflex gehemmt, ergab eine Studie im Jahr 2016.

Trink-Apps k├Ânnen sinnvolle Alltagshelfer sein, denn sie berechnen die individuell notwendigen Trinkmengen, geben im Tageslauf den eigenen ÔÇ×WasserstandÔÇť an und erinnern durch einen Klingelton daran, dass mal wieder ein paar Schlucke Wasser fa╠łllig sind. FOODForum stellt 4 Apps vor.

Water Minder: Spracheingabe per Siri

 

 

Mit einer u╠łberschaubaren Einmalzahlung erkauft man sich den Zugang zu dieser Anwendung, doch diese Investition lohnt sich auch. WaterMinder ist nicht ohne Grund oben in den Charts aller Gesundheits-Apps gelandet, denn hier wurde zu Ende gedacht. Zahlreiche Erfolgsmeldungen motivieren, am Ball zu bleiben. Die Unterstu╠łtzung von Apple Watch und Siri machen das Eintragen von Getra╠łnken im Alltag so bequem wie nur mo╠łglich. Und hat man sich bei der Eingabe doch einmal vertan, reicht ein Schu╠łtteln des Smartphones, um sie wieder ru╠łckga╠łngig zu machen.

Kosten: 5,49 Euro fu╠łr Android und iOS

Water Meter: Werbefinanziert

 

 

Diese iOS-App ist vollkommen kostenlos und mit den wichtigsten Funktionen ausgestattet. Sie finanziert sich u╠łber ein unauffa╠łlliges Werbebanner und bietet ein aufgera╠łumtes und optisch ansprechendes Dashboard. Die bereits gut gefu╠łllte Getra╠łnke-Liste la╠łsst sich um eigene Optionen samt Anpassung von Icon und Hydrierung in Prozent erweitern. Auf Knopfdruck markiert man einen ÔÇ×aktiven TagÔÇť, um eine bestimmte Menge auf den ta╠łglichen Wasserbedarf aufzuschlagen. Mit der HealthKit-Integration ko╠łnnen alle Daten auf Wunsch in Apple Health exportiert werden.

Kosten: Download kostenfrei fu╠łr iOS

Senioren trinken oft zu wenig

Durst ist ein wichtiger Indikator, um herauszufinden, wann der Ko╠łrper wieder mit Flu╠łssigkeit versorgt werden will. Doch was passiert, wenn dieses Gefu╠łhl einfach ausbleibt?

Zusta╠łndig fu╠łr die Meldung ÔÇ×DurstÔÇť ist ein bestimmtes Hirnareal, das vor allem im Alter weniger zuverla╠łssig funktioniert. Senioren ko╠łnnen so lebensbedrohlich dehydrieren, also austrocknen. Auch Kinder und Menschen mit gescha╠łdigten Nieren oder Diabetes-Erkrankung sind gefa╠łhrdet.

Um seinen Ko╠łrper auf gesunde Weise mit Flu╠łssigkeit zu versorgen, ist Wasser eine sehr gute Option (siehe auch S. 49). Aber decken Tee, Kaffee oder Saft den Bedarf genauso gut? Dazu vergeben die Trink-Apps jedem Getra╠łnk sogenannte Hydrierungs-Koeffizienten, die angeben, wie viel davon im Verglich zu einem Liter Wasser nach zwei Stunden noch im Ko╠łrper ist. Entgegen der verbreiteten Meinung, Kaffee trockne den Ko╠łrper aus, wurden im Rahmen einer Studie an der englischen University of Bath 2014 kaum Unterschiede zur reinen Wasseraufnahme festgestellt. Zwar versta╠łrke Kaffee kurzzeitig die Filterfunktion der Nieren, so dass auch mehr Urin gebildet wird, doch fu╠łr den Gesamtwasserhaushalt sei das nicht relevant. Eine entwa╠łssernde Wirkung hat dagegen Alkohol. In den Smartphone-Helfern dru╠łckt sich das mit einem negativen Hydrierungsfaktor aus. Es ist also ratsam, den Genuss von alkoholischen Getra╠łnken mit Wasser auszugleichen.

 

Hydro Coach: so pers├Ânlich wie ein Trainer

 

 

Eine Registrierung ist bei dieser App nicht zwingend notwendig, trotzdem wird von Anfang an personalisiert: Gleich zum Start werden Gewicht, Geschlecht und das Aktivita╠łtslevel abgefragt, um die individuelle Trinkmenge festzulegen. Die kostenlose Version sto╠ł├čt allerdings recht schnell an ihre Grenzen: Wichtiges wie einen Hydrierungskoeffizienten oder den unbegrenzten Zugang zum Tagebuch gibt es nur gegen eine moderate Einmalzahlung. Dann verschwindet auch die Werbung, mit der Free-Nutzer auskommen mu╠łssen.

Kosten: Download kostenfrei, Einmalkauf 4,99 Euro, fu╠łr Android

BeWet: Wettereffekt bedacht

 

 

Fu╠łr eine werbefinanzierte App ist diese Anwendung erstaunlich umfangreich und durchdacht. Im Hauptmenu╠ł gibt es nicht nur einen Knopf, der gedru╠łckt werden sollte, wenn man Sport macht ÔÇô auch das Wetter beeinflusst den ta╠łglichen Wasserbedarf und wird mit einem entsprechenden Button beru╠łcksichtigt. Die u╠łberschaubare Getra╠łnkeliste la╠łsst sich wie gewohnt um eigene Eintra╠łge mit benutzerdefiniertem Hydrierungsfaktor und einer Reihe an schicken Icons problemlos erweitern.

Kosten: Download kostenfrei, werbefinanziert, werbefrei fu╠łr 2,99 Euro fu╠łr Android

Vorsicht vor versteckten Zuckern

Sportler, die wa╠łhrend des Trainings viel schwitzen und entsprechend Mineralstoffe verlieren, setzen gerne auf sogenannte isotonische Getra╠łnke. Bei ihnen entspricht das Verha╠łltnis von Na╠łhrstoffen zur Flu╠łssigkeit dem des menschlichen Blutes. So kann die Flu╠łssigkeit schneller vom Darm aufgenommen und der Ko╠łrper wieder mit Energie versorgt werden. Noch schneller geht das mit hypotonischen Getra╠łnken, die weniger Na╠łhrstoffe enthalten als das Blut. Doch solche Getra╠łnke sind recht kalorienreich und bei moderatem Sport nicht notwendig. Vorsicht ist bei su╠ł├čen Softdrinks geboten, die gerade bei Hitze den Durst vermeintlich am besten lo╠łschen. Beinahe unbemerkt mogeln sich mit ihnen geho╠łrige Mengen Zucker (und Kalorien!) in den Ko╠łrper, was nicht lange sa╠łttigt und ungesund ist. Besser dem Trend ÔÇ×Infused WaterÔÇť folgen und das Wasser geschmacklich aufpeppen, etwa mit einer Scheibe Orange oder Gurke.

Rund einen Liter Wasser nimmt der Ko╠łrper u╠łbrigens schon allein u╠łber die Nahrung auf. Dennoch sollten Hunger und Durst nicht verwechselt werden. Tipp: Zuerst trinken und ein paar Minuten warten, ob das Hungergefu╠łhl vergeht. Man kann bei der ta╠łglichen Flu╠łssigkeitsaufnahme also viele Fehler machen. Dennoch ist nicht jeder mit Trink-Apps gut beraten. Manchen mo╠łgen sie zu viel Selbstdisziplin abverlangen, weil jedes Getra╠łnk detailliert eingetragen werden muss. Anderen aber ko╠łnnen sie durch Benachrichtigungen u╠łber den Tag helfen, u╠łberhaupt ans Trinken zu denken.

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