Entgiftung des Körpers - Tipps speziell für Frauen

Die Entgiftung des Körpers, speziell für Frauen funktioniert anders! In der neuen FOODFORUM-Serie über Gendermedizin erklärt Dr. Franziska Rubin, warum weibliche Organe anders ticken und wie Frauen sie mit Ernährung und Naturheilkunde stärken können.
Text: Dr. med. Franziska Rubin | Fotos: Unsplash

Die Entgiftung des Körpers steht für mich jedes Jahr wieder im Raum. Mein persönliches „alle Jahre wieder“ sozusagen. Die Weihnachtsferien sind vorbei und ich habe mindestens zwei Kilo mehr auf den Rippen. Die Hose kneift, überhaupt fühle ich mich etwas schwammig an und irgendwie ungesünder als im letzten Sommer. Das muss sich jetzt ändern, und da bin ich dann auch wieder dabei, beim alljährlichen Entgiften des Körpers.

Tut ja auch irgendwie gut, wenn ich mich erst mal durchgerungen habe. Detox ist ein Begriff, der insbesondere zum Jahreswechsel nach den besagten Tagen oder aber zum Frühjahr überall zu lesen ist. Der Detox-Markt ist folglich riesig, und vor allem Frauen lassen sich diesen Wunsch nach Runderneuerung ordentlich Geld kosten: meist für Nahrungsergänzungsmittel und gesunde Drinks oder Pülverchen.

Dabei braucht unser Körper das in der Regel gar nicht, sondern eher ein bisschen Zuwendung. Es braucht gar nicht viel Zeit, um die eigenen Organe zu stärken, die Haut zur Erneuerung anzustupsen oder das Immunsystem zu pimpen. Knackige 7 Minuten am Tag sind genug. Die besten Tipps, wie eine Entgiftung des Körpers wissenschaftlich fundiert funktioniert.

Die Expertin und Autorin zum Thema Entgiftung des Körpers: Dr. Franziska Rubin

Dr. med. Franziska Rubin hat in Köln Humanmedizin studiert und promoviert. Sie ist Medizinjournalistin, TV-Moderatorin und Bestseller-Autorin. In ihrem neuen Buch setzt sich die überzeugte Naturheilkundlerin für Gendermedizin ein und fordert: Medizin muss weiblicher werden.

Foto: Petra Ender

Die Entgiftung des Körpers natürlich unterstützen

Bei meinem Programm geht es vor allem darum, die Entgiftung des Körpers auf natürliche Weise zu unterstützen und wieder stark zu machen. Das ist insbesondere für Frauen wichtig! Denn ihre Entgiftungsorgane sind empfindlicher und weniger leistungsstark als die von Männern.

Deshalb ist der weibliche Blick in der Medizin so wichtig. Und damit Sie gleich schon anfangen können, sich mit Naturheilkunde zu erneuern, gebe ich Ihnen gerne ein paar elementare Detox-Tipps für einige unserer wichtigsten Entgiftungsorgane: Leber, Nieren und Haut.

Dabei halte ich nichts von riesigen Hauruck- Aktionen, um die Entgiftung des Körpers anzutreiben. Das Geheimnis heißt: kleine aber konsequente Einheiten, jeden Tag ein bisschen. Versprochen: Wenn Sie diese Zeit investieren, werden Sie spüren, wie dankbar Ihr Körper ist. Sie werden verstehen, was Ihr Körper braucht, um sich zu regenerieren. Deshalb habe ich die 3-Wochen-Detox-Kur entwickelt, 21 Tage mit je 7 Minuten. Wir sind vielleicht nicht wie neu aber definitiv aufgeräumter, innen wie außen. Es tut so gut, Geist und Seele gleichermaßen von unnötigem Ballast zu befreien.

Natürliche Entgiftung des Körpers

Die Grapefruit liefert viel Vitamin C und Pektin, die die Entgiftung des Körpers durch den natürlichen Reinigungsprozess der Leber unterstützen. Die reichlich enthaltenen Antioxidantien machen zudem freie Radikale unschädlich.

Die Leber, das wichtigste Organ zur Entgiftung des Körpers

Sie ist die zentrale Stelle für den Stoffwechsel und filtert alles Blut aus dem Magen-Darm-Trakt. Giftige Stoffe wie Alkohol, Umweltschadstoffe oder Medikamente unterliegen hier einem strengen Kontrollsystem. Damit das alles reibungslos vonstattengeht, werden täglich 2.000 Liter Blut durch die Leber geschleust.

Hat die Leber belastende oder unnötige Stoffe mithilfe von Enzymen zerlegt, werden sie zur nächsten Instanz, der Gallenblase und dem darin gespeicherten Saft, weitergeleitet. Die Gallenflüssigkeit wird in den Dünndarm abgegeben und bald gehen die Abfallprodukte des Stoffwechsels ganz irdische Wege nach draußen. Die Leber ist aber nicht nur wichtig für die Entgiftung des Körpers, sondern stellt außerdem Hormone, Cholesterin und den Gallensaft her.

Foto: shutterstock, Bildagentur Zoonar GmbH

Detox-Smoothie für die Nieren

 

Zutaten für 1 Glas

  • 1⁄4 Bund glatte Petersilie
  • 25 g Wildkräuter (Brennnessel, Löwenzahn, Giersch)
  • 150 ml Wasser
  • 1 reife Birne (entkernt, in Stücke geschnitten)
  • 25 g Johannisbeeren
  • 1 EL frisch gepresster Zitronensaft

Kräuter waschen, schneiden und mit dem Wasser im Mixer kurz pürieren. Birnen, Johannisbeeren und Zitronensaft dazugeben und erneut mixen, bis ein homogener Drink entstanden ist. Eventuell noch mit etwas Wasser verdünnen.

Hilfreiche Tipps zur Entgiftung des Körpers durch die Leber

› Pausen einplanen: Gönnen Sie der Leber Verschnaufpausen in Form von Entlastungstagen, am besten unterstützt von einem Leberwickel oder einfach nur einer Wärmflasche auf der Leber beim abendlichen Film. Reduzieren Sie Fett und vor allem Alkohol.

› Reinigende Mariendistel: Sie enthält den Pflanzenstoff Silymarin, der die Leberzellen stärkt, die Durchblutung verbessert und die Neubildung von Leberzellen aktiviert. Für eine 6 Wochen-Kur eignen sich Kapseln (200 bis 400 mg täglich).

› Leber-Lebensmittel: Unterstützen Sie Ihre Leber mit Grapefruit, Artischocken, Avocados, Knoblauch, Kurkuma, Chilis, grünem Blattgemüse, Sprossen (Brokkoli, Radieschen) und mit allem, was Bitterstoffe enthält (z. B. Chicorée, Grünkohl, Rosenkohl, Radicchio und grünes Blattgemüse.

Frauen vertragen weniger Alkohol

Fakt ist: Frauen sind von bestimmten Leber-Erkrankungen häufiger betroffen als Männer – etwa von der Autoimmunhepatitis, bei der der Körper die eigene Leber zerstört. Viermal so viel Frauen wie Männer leiden daran.

Bei der billiären Zirrhose, einer Vernarbung des Lebergewebes um die kleinen Gallengänge, die man heute auch als Autoimmunprozess ansieht, ist sogar nur jeder siebte Betroffene ein Mann.

Übrigens: Auch Kinder und Jugendliche können an einer Leberverfettung erkranken, wobei Mädchen hier deutlich vorn liegen. Vermuteter Risikofaktor: Softdrinks und Limonaden und damit zu viel Zucker.

Dass Alkohol die Frauenleber mehr belastet als die der Männer, ist wissenschaftlich belegt. Deshalb liegt die kritische Grenze für die tägliche Menge bei Frauen bereits bei 10 Gramm Alkohol, also 0,15 Liter Wein oder 0,3 Liter Bier. Zu bedenken ist, dass dies nur statistische Werte sind. Die eine Leber ist empfindlicher als die andere! Am Ende findet man das nur durch die Leber-Blutwerte heraus. Auf jeden Fall ist es aber sinnvoll, der Leber ab und an mal etwas Gutes zu tun.

Die besten Detox-Mittel für die Nieren

So funktioniert die Entgiftung des Körpers!

› Viel trinken: Trinken Sie 1,5 bis 2 Liter täglich, damit die Nieren gut durchgespült werden. So bleiben auch garantiert keine Gifte im Körper.

› Gut warmhalten: Nieren brauchen Wärme, damit sie gut durchblutet sind. Nur so können sie optimal entgiften und regenerieren. Ein Hoch auf das gute alte Unterhemd im Winter, heute vielleicht in Merinoqualität. Und für Anfällige feine hohe Wollunterhosen statt dem viel belachten Katzenfell auf den Nieren. Gerne auch ab und zu mal einen warmen Nierenwickel machen!

› Süßes und Salziges meiden: Zuckerkonsum begünstigt die Steinbildung. Auch zu viel Salz macht den Nieren zu schaffen. Sie müssen mehr schuften, um den Mineralstoffhaushalt wieder auszugleichen.

› Bei „Spülmitteln“ für die Nieren zugreifen: Petersilie, Spargel, Kresse, Sellerie, Birnen, Erdbeeren, Johannisbeeren, Löwenzahn.

› Nieren-Tees trinken: Besonders zu empfehlen sind Brennnessel, Goldrute und Birkenblätter.

Die Nieren, das größte Klärwerk des Körpers

Wir haben zwei davon, aber auch mit einer Niere kann man gesund alt werden. Jede Niere reinigt pro Minute mindestens 95 Milliliter Blut. Möglich macht das ein ausgefeiltes System von Mini-Blutgefäßen in den Nierenkörperchen, die winzige Poren haben. Dieses körpereigene Sieb hält alle Stoffe auf, die nichts im Körper zu suchen haben.

Die Nieren erkennen also genau, welche Stoffe Abfall sind und welche nicht. Wichtige Substanzen wie Mineralien werden nämlich wieder in den Körperkreislauf geschickt. Der herausgefilterte Rest kommt ins Harnsystem und wird über die Blase entsorgt.

Nierenkrankheiten sind ein in der Bevölkerung häufig unterschätztes Leiden. In Deutschland sind mindestens zwei Millionen Menschen betroffen, nur ein Drittel weiß davon.

Statistisch gesehen, entwickeln Frauen etwas häufiger eine chronische Nierenkrankheit als Männer, sie ist die achthäufigste Todesursache bei Frauen. Leider bleibt auch eine fortschreitende Niereninsuffizienz häufig unentdeckt und fällt erst spät durch veränderte Blutwerte auf.

Weibliche Nieren filtern schwächer

Frauen haben besondere Risikofaktoren für eine Nierenerkrankung, denn sie besitzen 10 bis 15 Prozent weniger Nierenkörperchen (Glomeruli) als Männer, die das Blut filtrieren. Die Nierenfunktion ist daher bei Frauen schwächer, was bei Medikamentendosierungen berücksichtigt werden sollte – aber oftmals nicht wird.

Nur in 15 Prozent aller Arzneimittelstudien werden Wirkungen und Nebenwirkungen für beide Geschlechter aufgeführt.

Auch eine Schwangerschaft ist eine große Herausforderung für die Nieren. Eine Erkrankung kann in dieser Zeit erstmalig auftreten oder sich weiter verschlechtern. Die Nieren können einen zu hohen Blutdruck verursachen, der für die werdende Mutter wie auch für das ungeborene Kind gefährlich werden kann.

Auch Blasenentzündungen sind bei Frauen deutlich häufiger und können auch die Nieren schädigen, indem die Bakterien aus der Blase durch den Harnleiter ins Nierenbecken wandern.

Die Haut: Verpackung für alles, was geschützt werden muss

Die Entgiftung des Körpers ist für Frauen auch deshalb herausfordernder als für Männer, weil die Haut von Frauen dünner und empfindlicher ist als die von Männern.

Sie muss die inneren Organe und Strukturen aber ebenso vor schädlichen Einflüssen schützen, etwa vor Strahlen, Druck, Keimen, Austrocknung, Kälte oder Hitze. Tief in der Haut werden jeden Tag neue Zellen gebildet, die im Verlauf von vier Wochen an die Oberfläche gelangen. Gleichzeitig stoßen wir täglich 24 Millionen abgestorbene Hautzellen ab, ohne dass wir es bemerken.

Zu den wichtigsten Hautfunktionen zählt die Ausscheidung von Schweiß – eine geniale Erfindung der Natur, die den Körper vor Überhitzung schützt. Die Haut kann bis zu 10 Liter Schweiß pro Tag absondern und darüber auch Giftstoffe aus dem Körper befördern. Deshalb wird sie auch als „dritte Niere“ bezeichnet. Im Team sorgen Schweiß- und Talgdrüsen für den Säureschutzmantel der Haut.

Detox-Tipps für die Haut

Mit der Niere das wichtigste Organ zur Entgiftung des Körpers

› Schwitzen: Na klar, da denkt man sofort an Sport. Aber wie wär’s mal mit Tanzen oder mit dem neuen Bewegungstrend Hula-Hoop?

› In die Sauna gehen: Saunahitze öffnet die Poren, wodurch Stoffwechselprodukte und Giftstoffe effektiver aus dem Körper ausgeschieden werden.

› Ingwer genießen: Die Scharfstoffe im Ingwer heizen genauso ein wie Pfeffer oder Chili. Verwenden Sie die Scharfmacher je nach persönlicher Verträglichkeit. Für ein Ingwerwasser reichen 2 × 2 cm Ingwer (in Scheiben geschnitten) auf 1 Tasse heißes Wasser. Je länger es zieht, desto schärfer wird es.

› Waschen und pflegen: Tägliches Duschen und ein bis zwei Bäder wöchentlich, helfen der Haut, abgestorbene Zellen loszuwerden. Pflegende Badezusätze nähren sie.

› Durchblutung fördern: Mit einem wöchentlichen Peeling werden alte Schuppen abgerubbelt sowie Durchblutung, Lymphfluss und Zellerneuerung angeregt. Das hilft der Haut, Pflegeprodukte besser aufzunehmen.

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